Nachberichterstattung zum Bündnisabend im Februar 2021

M Hlg. Josef freut sich über Briefe im Heiligtum der Verbundenheit
M Hlg. Josef freut sich über Briefe im Heiligtum der Verbundenheit
In der Liebe verbunden mit der Caritas und dem heiligen Josef oder - Der Heilige Josef, Schutzpatron der Kirche, wartet auf Post
Datum:
27. Feb. 2021
Von:
Tamara Horn
M Diözesanpräses Martin Emge hält Ausblick
M Diözesanpräses Martin Emge hält Ausblick

Die Schönstattfamilie im Erzbistum Bamberg wurde zum Bündnisfeierabend im Februar zu einer spannenden Verknüpfung zweier Themen eingeladen. Papst Franziskus rief am 08.12.2020 ein „Jahr des Heiligen Josefs“ aus. Erzbischof Dr. Ludwig Schick nahm das 100jährige Bestehen der Caritas im Erzbistum Bamberg zum Anlass, das Jahr 2021 unter dem Motto: „Caritas – In der Liebe verbunden“, zu stellen.

 

Zunächst richtete der Prediger, Domkapitular Martin J. Emge, den Blick auf das Motto des Erzbischofs, auf die Caritas. Auf den Handzetteln, die mit dem Plakat am Ambo übereinstimmten, leuchtet das Symbol der Caritas ganz stark heraus. Dieses Symbol ist allen bekannt, begegnet uns in vielfältiger Weise im Alltag. An den Fahrzeugen des mobilen Pflegedienstes, den Seniorenzentren, in den Kindergärten, bei den beiden großen Sammlungen im Frühjahr und im Herbst.

Kennen wir dieses Symbol wirklich? Was bedeutet es? Was drückt es aus?

Diözesanpräses Emge suchte Antworten auf diese Fragen.

Das weiße Kreuz auf rotem Hintergrund ist das Ursymbol der Christen. Die Farbe weiß sagt aus, dass der Tod überwunden ist. Rot steht für das Blut, das Jesus für uns vergossen hat, die Farbe seiner liebenden Hingabe. 

Weiße Wellen laufen diagonal aus dem Zentrum in alle Himmelsrichtungen hinaus, wie die Liebesströme aus dem geöffneten Herzen Jesus. Oder 12 Wellen für die 12 Apostel, die sich entzünden, die Feuer gefangen haben durch die Frohe Botschaft Jesu. Jünger, die voll Begeisterung an Pfingsten mit lodernden Flammen des Heiligen Geistes ganz und gar für die Verkündigung entbrannten. Schon damals spürten die Jünger, dass die Hingabe Jesu und seine Liebe total ansteckend waren.

So soll auch heute dieses Caritas-Ideal unzählige Menschen begeistern. Im Bündnis der Liebe mit Jesus  Christus Kraft schöpfen, um dorthin zu gehen, wo die Liebe ihren Einsatz sucht – in den Kindertagesstätten, in den Seniorenzentren, in den eigenen Familien, in der Nachbarschaft, bei  Obdachlose uvm.

Im Jesu Namen geht die Caritas dorthin, wo Menschen in Not sind. Es wäre ein fataler Irrtum, zu denken, das alles machen doch die vielen Caritas-Mitarbeiter/innen! Im Erzbistum Bamberg sind es immerhin 12.000. Caritas lässt sich nicht ausschließlich auf die hauptamtlichen Mitarbeiter delegieren. Mit dem Nächsten „In der Liebe verbunden“ geht uns alle an. Das Ziel des Erzbischofs ist es, heuer die Gläubigen zu sensibilisieren, genau hinzusehen, wo Not ist, ganz offensichtlich oder im Verborgenen.

„HINSEHEN.HANDELN.HERZLICHKEIT.“ das sind die Arbeitsbegriffe der Caritas, die im Logo 100

 Jahre Caritas großgeschrieben werden. Ein Auftrag an uns, nicht wegzuschauen, sondern in 

Herzlichkeit zuzupacken.

 

Der Heilige Josef – einer, der mit vielen in Liebe verbunden ist

Und was zeichnet den Heiligen Josef aus? Weshalb kann er leicht mit Caritas verknüpft werden? Weil er die gelebte Caritas ist. Papst Franziskus hat ihn schon in seiner Kindheit als persönlichen Begleiter und Schutzpatron entdeckt und hat ihm bis heute auf seinem Schreibtisch einen festen Platz als Nothelfer in allen Lagen reserviert. 

Der Heilige Josef als ein Vorbild, gerade in Corona-Zeiten

Bedrängt durch die Coronapandemie spürt unser Papst, dass die Zeit reif ist, diesen starken Schutzpatron der Kirche aus seinem Schattendasein herauszuholen und wenigsten für ein Jahr in die erste Reihe zu stellen. Ganz bewusst, damit die vielen Menschen, die heute in der zweiten Reihe stehen und die Grundversorgung unserer Gesellschaft in der Coronakrise garantieren, unsere Wertschätzung spüren. Er denkt an Menschen, die Pflegeberufe und Ärzte, die im Nahkontakt zu Corona-Erkrankten ihre eigene Gesundheit riskieren, selbst angesteckt zu werden. Er denkt an die Zeitungsausträger, die Postboten, die Tankstellenwärter und LKW-Fahrer, die Verkäufer/innen, die Lehrkräfte am Bildschirm und die betenden Großmütter daheim, einfach an die vielen Menschen, die sich darum kümmern, dass es irgendwie in dieser weltweiten Pandemie weitergeht. Sie alle sind praktisch durch ihren Dienst mit den Nächsten in Liebe verbunden.

Der Heilige Josef – sensibel im Umgang mit Frauen

Er reagiert nicht beleidigt, als Maria ihm sagt, dass sie schwanger ist. Josef ist eher besorgt und will seine Braut nicht bloßstellen. So sagt er schließlich ja zu Maria und zum Kind und steht schützend hinter ihnen. 

Ein Bild, das gut zum Einsatz der Caritas passt: in der Schwangerenberatung oder Schutz gewähren in Frauenhäusern.

 

Der Heilige Josef als gehorsamer Träumer

lässt sich nicht von der Arbeit total in Anspruch nehmen. Er legt sich hin und träumt – mehrmals. Viermal flüstert ihm ein Engel zu, um ihm zu zeigen, welcher Weg eingeschlagen werden soll.

Josef – als Träumer zeigt seine spirituelle Ader, indem er die Engelsworte nicht nur hört, sondern gehorsam umsetzt, was Gott von ihm verlangt. Ja, der Heilige Josef geht auf die leisesten Wünsche Gottes ein und stellt sich ganz der Familie und Gottes Plan mit seinem liebenden Herzen als Vater zur Verfügung. Die geistliche Grundhaltung ist wesentlich für die Bediensteten in einem Caritasverband, damit ihr Tun von der Liebe Christi motiviert ist.

 

Der Heilige Josef – ein Mann mit kreativem Mut

Eine improvisierte Geburt auf den Hirtenfeldern Betlehems, ohne Klinik und hygienischem Komfort. Josef rennt nicht davon, sondern steht der Gebärenden bei. Dazu gehört ein kreativer Mut, genauso wie auf der Flucht vor Herodes nach Ägypten und während des zweijährigen Asyls mit seiner Heiligen Familie. In der Fremde musste er seine Asylantenfamilie durch Hilfsarbeiten irgendwie ernähren und für ein Dach über dem Kopf sorgen. 

Dieser Einsatz für Familien in Not, für Flüchtlinge und Asylbewerber, Armenspeisung und Kleiderkammern zählen zu den wesentlichen Arbeitsfeldern der Caritas.

 

Ausblick

Zum Ausblick auf den kommenden Josefsmonat März und das ganze Jahr, stellte Martin Emge die Fragen: 

Wie beschäftigen wir uns mit diesem Heiligen, damit er aus seinem Schattendasein herausgeholt wird? 

Wie könnten wir und alle, die bei der Caritas arbeiten, den Hl. Josef als ihren persönlichen Helfer entdecken? Und an die Männer gerichtet: Was verbinden Männer mit dem Heiligen Josef?

 

Der Schlafende Josef wartet auf Post

Es gibt ein Josefsbrauchtum, das mit der Figur des auf dem Boden liegenden, schlafenden Josef verbunden wird. Für alle, die in ausweglosen Situationen stecken, wird empfohlen, dem schlafenden Josef Brieflein zu schreiben und sie ihm unterzuschieben, damit er darüber schläft und sich im Traum Lösungen für unsere Nöte schenken lässt. Die „Josefspost“ können Sie auch an das Heiligtum der Verbundenheit im Schönstattzentrum Marienberg, Dörrnwasserlos 50, 96110 Scheßlitz adressieren oder an die Pfarrei St. Martin, Hauptstr. 22, 91301 Forchheim. Die Briefe werden ungeöffnet zum hl. Josef gebracht und später verbrannt. 

 

Noch ein Literaturhinweis: „Mit dem Herz eines Vaters und kreativem Mut“ Impulse zum Josefsjahr; Herausgeber Martin J. Emge. Bestelladressen siehe oben.

Schlussresümee

Caritas und Josef – beide ergänzen sich, denn beide sind in der Liebe verbunden. Egal, ob in der ersten oder zweiten Reihe.