Schönstatt

Pater Josef Kentenich
Pater Josef Kentenich

Was ist „Schönstatt“?

„Schönstatt“ oder die „Schönstatt-Bewegung“ ist eine internationale, geistliche Erneuerungsbewegung innerhalb der katholische Kirche mit apostolischer Ausrichtung.

Gründungsort

„Eyne schoene Stadt“ bei Vallendar am Rhein gab der dort entstandenen geistlichen Bewegung ihren Namen. Das Erkennungszeichen der Schönstattbewegung weist auf den Ursprung und Entstehungsort dieser geistlichen Bewegung hin. Es ist eine Marienkapelle, die am 18.10.1914 zu einem Wallfahrtsort geworden ist. Pater Joseph Kentenich hat dort zusammen mit Jugendlichen ein Bündnis mit Maria geschlossen. Am Anfang dieses Gnadenortes stand also kein Wunder, sondern die schlichte Bitte an die Gottesmutter, sie möge sich hier als Mutter und Erzieherin erweisen. Eine der weltweit 180 originalgetreuen Nachbildungen dieser Kapelle ist auch auf dem Marienberg bei Scheßlitz errichtet worden.

Gründer

„Wir hoffen nicht so sehr durch Worte, sondern mehr durch unser Leben und Sterben eine ins Irdische gesunkene Welt aufhorchen zu lassen und wenigstens in ihr die Sehnsucht zu wecken nach Aufriegelung der verschlossenen Tore ins Übernatürliche, ins Göttliche, ins Unendliche.“

J. Kentenich

Lebenslauf von Joseph Kentenich

18.11.1885
Geburt in Gymnich bei Köln

8.7.1910
Priesterweihe in Limburg

18.10.1914
Gründung der Schönstatt-Bewegung;

20.9.1941 - 11.3.1942
Gefangener der GeStaPo in Koblenz;

3.3.1942 - 6.4.1945
Häftling im KZ-Dachau

1945 - 1951
Weltreisen zum Ausbau der Bewegung

1951 - 1965
Exil in Milwaukee/USA (Seelsorger für Deutsche);

24.12.1965
Rückkehr nach Schönstatt

15.9.1968
Tod in der Dreifaltigkeitskirche in Schönstatt.

Sein Sarkophag in der Dreifaltigkeitskirche auf Berg Schönstatt trägt die Inschrift „Dilexit ecclesiam“ — Er liebte die Kirche.

Geistlicher Weg 

Mit dem „Kentenich-Weg“ hat die Schönstatt–Bewegung ein ganzheitliches Bildungskonzept und umfassende Schulen der Spiritualität und Pädagogik entwickelt, um Antworten auf die Grundbedürfnisse der Menschen von heute anzubieten. Schönstatt wird meist mit Marienverehrung gleichgesetzt. Wer allerdings Schönstätter kennen lernt, wird überrascht sein, wie vielfältig sich ihr geistlicher Weg gestaltet. Ganz unspektakulär steht die christliche Lebensgestaltung in Beruf und Freizeit, in der Familie oder in anderen Lebensformen an erster Stelle. Als „Spurensucher“ tasten sie nach Gottes Stimme, die in Zeichen der Zeit, in der eigenen Seele und in konkreten Personen zu ihnen spricht. Als „Netzwerker“ knüpfen sie Beziehungsnetze, gründen Gruppen und pflegen die Verbundenheit untereinander. Sie schätzen die Beheimatung an kirchlichen Orten und arbeiten gern mit anderen Geistlichen Gemeinschaften, Verbänden und kirchlichen Initiativen zusammen. Als „Glaubenszeugen“ gestalten sie das Pfarreileben aktiv mit, engagieren sich in Politik und Gesellschaft und laden an ihren Zentren zu offenen Veranstaltungen ein. Die aktuellen pädagogischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Familien–, Frauen– und Jugendarbeit.

Internationale Bewegung

Schönstatt kennt keine Mitgliedsausweise und Jahresbeiträge. Schönstätter ist, wer innerlich am Leben der Bewegung teilnimmt. Im Vollsinn gehört jemand dazu, wenn er das Gründungsereignis für sich persönlich nachvollzieht und das „Liebesbündnis“ schließt. Viele stehen als Sympathisanten in einem losen Kontakt zur Bewegung. Auf Weltebene sind es ca. 3 Millionen Menschen.

Die Zugehörigkeit kann sich in verschiedenen Gruppierungen mit unterschiedlichem Bindungsgrat verwirklichen. In unserer Diözese gehören etwa 500 Personen einer dieser Gruppierungen an. Der Kreis derjenigen, die zu unseren offenen Veranstaltungen kommen und an Wallfahrten nach Schönstatt teilnehmen, umfasst ca. 5000 Personen.

Tragender Kern des ganzen Werkes sind sechs Säkularinstitute für Priester, Frauen, Männer und Familien. Die Säkularinstitute sind international organisiert und haben ihr Zentrum in Schönstatt.