Nachberichterstattung 20 Jahre Heiligtum der Verbundenheit

Heiligtum der Verbundenheit
Heiligtum der Verbundenheit
Datum:
24. Okt. 2020
Von:
Tamara Horn

Happy Birthday – 20 Jahre Verbundenheit – 20 Jahre alternative Kraftquelle

 

Am Sonntag wurde auf dem Marienberg Geburtstag gefeiert. Los ging es am Vormittag im kleineren Schönstattfamilienkreis. Im Reinischhaus hielten Ann-Kathrin und Sophia gekonnt, souverän und sehr lebendig Rückblicke über 20 Jahre Heiligtum der Verbundenheit. Sie waren damals am 22.10.2000 gerade erst 10 Jahre bzw. 4 Wochen alt.

 

Festgottesdienst: „Verbunden im Heiligtum und untereinander“

Zum Jubiläumsgottesdienst selbst waren alle Marienbergfreunde eingeladen. 

Diözesanpräses Martin Emge begrüßte voll Freude die Gottesdienstgemeinschaft. Er fragte: Erinnern Sie sich noch an das Jahr 2000? Für einige herrschte Weltuntergangsstimmung und für uns Christen eine richtige Aufbruchsstimmung ins neue Jahrtausend. Und tatsächlich: auf dem Marienberg ging es jetzt erst richtig los. Ergebnis: H.H. Karl Braun, der damalige Erzbischof, weihte das Heiligtum mit den Worten ein: „Heute geht ein neues Kraftwerk ans Netz!“ 

 

In seiner Festpredigt hielt Diözesanpräses Martin Emge einen spannenden Rückblick:

Wichtige Daten: 

1996 – bei der Suche nach einem Schönstattzentrum alles auf eine Karte gesetzt. 

Zunächst schien der Hallstadter Kreuzberg als sicherer Ort für die Schönstattbewegung, sich dort niederzulassen. Denn es gab dort ein altes MTA-Bild im Wald und am Fuß des Kreuzbergs einen Mariengedenkstein, an dem bereits verschiedene Feiern stattgefunden hatten.

 

1996 – Übernahme des Marienbergs

Aber schließlich öffnete Gott eine Tür zum Marienberg. Als uns dieses Areal angeboten wurde, schlichen wir zunächst um das Gelände herum und dachten uns: „O Gott!“. So ein riesiges Areal mit meterhohem Gras, die herunter gekommenen Gebäuden mit vergitterten und eingeschlagenen Fenstern. Wie sollen wir das als kleine Schönstattfamilie alles stemmen? Die Frage wurde heftig diskutiert: Übernehmen wir uns nicht? Eine zusätzliche Erschwernis war die Nichtanbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Hier oben hält kein Bus! Alles wurde lange hin und her überlegt, denn ein Diözesanheiligtum wird schließlich nur einmal gebaut.

Doch im Juli 1996 signalisierte die Schönstattfamilie an das Erzbistum Bamberg eine Übernahme, ein deutliches Ja. Am 16.10.96 fand die feierliche Vertragsunterzeichnung statt. 

 

Heiligtum ja oder nein?

1999 Grundsteinlegung und Weihnachten im Rohbau

Es gab noch kein Heiligtum, nur die Hauskapelle. Es stellte sich die Frage: Sollte der große Sprung gewagt werden, ein Heiligtum zu bauen, wie es für alle Schönstattzentren wichtig ist?

Die junge Generation entbrannte damals für diesen Gedanken. Ihrem Schwung und der Gnade des Heiligen Jahres 2000 verdanken wir, dass am 26.09.99 der Spatenstich erfolgen und am 8.10.99 der Grundstein gelegt werden konnte. Ich erinnere sich noch sehr gut an das ergreifende Weihnachtsfest, das im Rohbau gefeiert wurde. 

Bei der Rückschau über die vergangenen 20 Jahre kam der Prediger aus dem Staunen nicht heraus. Ganz viel Segen, noch mehr Gnade durften wir erfahren. Unendlich viele Baueinsätze, damit das Zentrum schöner wird. Aber erst, als die Kapelle gebaut war, kamen die Menschen in immer größer werdenden Scharen. Zunächst waren es Hunderte, dann wurden es Tausende, inzwischen kommen rund 25.000 Menschen im Jahr auf den Marienberg. Diese Zahlen sind mehr als schwindelerregend, wenn man an die kleinen Anfänge denkt. Sie zeugen von ganz viel Gnade aus dem Kraftwerk der „alternativen Energien“, einer wachsenden Wallfahrtsbewegung und zahlreichen Bildungsveranstaltungen, die die Frohe Botschaft weitergeben, den Glauben festigen und vertiefen wollen.

 

Was könnte die Mutter Gottes alles erzählen - das Regiebuch des Himmels:

25 Archivboxen voll von vielen Unterlagen, wie z.B. Buchhaltungsmaterial, Erinnerungsstücken und den Fürbittbüchern, die bereits nach 6 Monaten vollgeschrieben waren:

Ein Zeitsoldat erbittet sich Kraft, bevor er nach Afghanistan muss.
Ein Drogensüchtiger macht einen neuen Anfang
Eine Frisörmeisterin bedankt sich für die bestandene Prüfung.
Ein Ehemann schüttet sein Herz aus, weil ihn seine Frau sitzen hat lassen.
Viele Verliebte kamen zu ihr, um sich ihrer Liebe sicherer zu werden.
Auch Kinder haben fleißig an die Mutter Gottes geschrieben, ein Beispiel: „Hallo Maria, wir alle Lieben dich, du basst auf uns auf, egal woh wir hingehen. Danke. Amen.“
 

Horizont – Hauszeitung

Aus der Hauszeitung könnten inzwischen 5 Bände gebunden werden. Eine Chronik, die eine ganz eigene Heilsgeschichte verrät. Viele Ereignisse wurden festgehalten. Die Veranstaltungen lassen sich nicht vom Schreibtisch aus planen. Wir durften sehr oft erleben, dass das Regiebuch vom Himmel aus mitgeschrieben wurde. Denn was all die vielen Jahre geschah, das ging weit über die Kräfte der Schönstattfamilie hinaus. Eine kleine Schar, arm wie die Kirchenmäuse, aber fleißig wie die Bienen und opferfreudig durch unzählige Zeit-, Arbeit- und Kuchenspenden. Hinzu kommt die große Schar derer, die im Hintergrund für alle Anliegen mitgebet haben. All dies und die vielen kleinen und großen Spenden, halfen mit, den Marienberg als geistliches Zentrum aufzubauen.

 

 20 Jahre danke sagen – was schenken wir?

Etwas fehlt noch in der Kapelle, die zur Grundausstattung jeder Schönstattkapelle gehört: das Vaterauge. Die Franken kennen es besser als das Gottesauge.

Nach Entwürfen von Pfarrer Andreas Hornung bekam der Schnitzer Gottfried Stark aus Drosendorf den Auftrag, das Vaterauge zu schnitzen.

Bevor das Vaterauge am 1. Mai seinen Platz in der Spitze des Altares findet, geht es mit einem Begleitbuch auf Pilgerschaft. So kann ein ganz persönlicher Kontakt mit dem himmlischen Vater aufgenommen werden.  Koordiniert wird dieser Pilgerweg über Schwester Anne M. Rath. 

 

Novene

Diözesanpräses Martin Emge schrieb ganz speziell für dieses Ereignis eine Novene: 

„In Liebe ruht dein Blick auf mir“, und gestaltete ein Gebetsbild dazu.

Vor der Segnung des Vaterauges sprechen beide Schönstattpriester, Andreas Hornung und Martin Emge ein Gebet daraus.

 

Gastgeschenke

Schwester M. Monika März brachte als Geschenk einen ganzen Karton voll gebackener, ganz originalgetreuer „Vateraugen“, von der Liebfrauenhöhe bei Stuttgart mit. 

Frau Hanne W. schenkte im Auftrag der Frauen und Mütter ein Händebild. Damit schenken die Frauen und Mütter weiterhin der Mutter Gottes ihre Herzen und ihre Hände.

 

Neue Generation

Seine Predigt schloss Diözesanpräses Martin Emge:  Wir setzen auf die neue Generation, die dieses Heiligtum mit neuen Ideen in die Zukunft führt. Die Türen stehen dafür weit offen. Wenn wir miteinander unseren Weg im Liebesbündnis gehen, sind wir unschlagbar stark! Schauen wir mutig nach vorne.

 

Große Danksagung

Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet von Luisa und Sophia. Mitgestaltet wurde er von allen Gliederungen.

Der Diözesanpräses bedankte sich bei vielen, die seit 20 Jahren ihre Verbundenheit buchstäblich leben und sich dafür einsetzen, dass das Kraftwerk „Heiligtum der Verbundenheit“ weiter am Sprudeln ist.

 

Das Fest klang in froher Verbundenheit und vielen lebendigen Erinnerungen bei Kaffee und Kuchen aus. Urgestein Renate L., 98 Jahre, die Bamberger Schönstätterin mit einem großen Herz für die Mutter Gottes, kann sich noch sehr gut an viele Details erinnern, wie „ihr“ Berg sich in all den Jahren weiterentwickelte. Immer wieder wurde sie gefragt: „Wie hat es die Schönstattfamilie geschafft, dass sich hier eine Glaubensoase entwickeln konnte, in der sich Himmel und Erde berühren?“ Mit viel Geduld beantwortete sie alle Fragen. In ihr steckt immer noch das Feuer der Begeisterung für ihr Schönstattideal, die herzliche, offene Verbundenheit mit Maria und untereinander.

 

Erläuterung: Das Symbol zeigt in der Mitte einen kunstvoll geschliffenen Kristall, der die Pupille eines Auges andeuten soll. Darunter sind zwei grafische Elemente aus dem Logo der Bamberger Schönstattbewegung eingearbeitet: ein grüner Bogen, der den Marienberg symbolisiert und ein roter Korallenstein, der auf eine Rose hinweist, die für Pater Franz Reinisch steht. Er ist ein besonderer Patron unseres Marienberges. Die Linien im Raum des Dreiecks weisen auf unsere Lebenswelten hin: auf unsere Familie und unsere Kirche, auf unsere Bildungs- und Arbeitswelt, sowie unsere Gesellschaft. Über all dem ruht Gottes liebender Blick.