Frauenfrühstück am 20. Mai auf dem Marienberg


75 Frauen folgten der Einladung zum Frauenfrühstück auf den Marienberg. Erika Wagner begrüßte freudig die zahlreichen Gäste und den Referenten Domkapitular Martin Emge. Nach einem kurzen Tischgebet genossen die Gäste das reichhaltige Frühstücksbüfett.
Gestärkt von den Köstlichkeiten, folgte das weitreichende, spannende und sehr auf die Lebenswelt der Frauen abgestimmte Referat von Domkapitular Martin Emge.
Und schon ging es los mit der Tänzerin, die sehr sicher, frei dynamisch tanzend auf einem Bein, mit fliegendem Kleid und wehenden Haaren nur so dahinschwebt. Ihr liegt anscheinend die Welt zu Füßen. Die Hände zum Himmel ausgestreckt, um so mit der spirituellen Kraft in Kontakt zu stehen.
Und Martin Emge stellte Fragen: „Fühlen wir uns wirklich in unseren alten Kleidern so, wie diese schwerelose Tänzerin? Sind wir wirklich so frei und können machen, was wir wollen?“ Und weiter fragte er: „Wie fühlen sich Christen hier bei uns? Als Auslaufmodell? Wie geht es Christen, die in ihren Ländern verfolgt werden?“ und ging genauer auf die meistverfolgteste Religion der Welt ein.
Meine Gedanken schweiften kurz ab, zum Red Wednesday, bei dem weltweit am Buß- und Bettag für die verfolgten Christen gebetet und die Kirchen rot angestrahlt werden. Nachdem heuer der Buß- und Bettag auf den 18.11. fällt, dem Bündnistag, will sich die Bamberger Schönstattfamilie dieser Gebetsaktion anschließen und das Heiligtum der Verbundenheit rot erstrahlen zu lassen, im Gebet für die Verfolgten und den zahlreichen Märtyrer. Ein starkes Zeichen der Verbundenheit!
Wie geht es Frauen in Kriegs- oder Krisengebieten? Von Leichtfüßigkeit keine Spur, aber dafür zeigen diese Frauen Stärke, stellen sich unerschrocken vor Panzer und leisten heftigen Widerstand.
Es folgten Beispiele von Persönlichkeiten, wie Helene Fischer, Christine Neubauer oder Ines Procter, wie sie als Tänzerin im Sturm ihr Leben meistern.
Und wie ging es Maria?
Martin Emge beleuchtete das Leben Marias und stellte fest, dass sie als eine Frau mit Unsicherheitskompetenz seit der Verkündigung des Engels lebte, immer im tiefen Glauben an Gott.
Auch hier schweiften meine Gedanken kurz ab. Wie hat die Muttergottes diese Unsicherheiten annehmen können? Wenn ich denke, wie schnell ich unsicher werde, wenn sich etwas Unerwartetes ereignet! Wie sich schnell Verzweiflung, Ratlosigkeit breit machen will! Von Gelassenheit weit und breit keine Spur! Also, darüber werde ich noch mal richtig nachdenken.
Und weiter ging das Referat mit der Frage: „Wie könnte es mir gelingen, in der heutigen Zeit Sturmtänzerin zu werden?“
Es wurde sehr spannend, denn plötzlich tauchte ein doppelter Schlüssel zur Sturmtänzerin auf. Aha, ein doppelter Schlüssel, da stecken Geheimnisse dahinter. Ich lass mich mal überraschen und schon benennt der Referent den 1. Schlüssel:
Das persönliche Ideal (PI)
Das persönliche Ideal lässt sich gut erklären. In jedem von uns gibt es einen kostbaren Schatz, den Gott uns ins Herz gelegt hat. Welches Programm hat sich Gott für mich ausgedacht? Welche Lebensaufgabe hat er mir zugeordnet? Wer bin ich? Kann ich mich Stück für Stück entfalten? Das PI ist mein größter Schatz im Leben. Martin Emge lud alle Frauen ein, sich auf der Suche nach dem persönlichen Ideal zu begeben. Wie heißt mein PI? Vielleicht lässt sich mein PI leichter finden, wenn ich auf Maria schaue? Hatte sie überhaupt ein PI?
Der Referent verriet das PI der Muttergottes. Es lautet: „Siehe ich bin eine Dienerin des Herrn!“ Und ob Jesus auch ein PI zugeordnet werden kann? Ja, Jesus: „Ich bin gehorsam, deinen Willen zu tun!“
Wie finde ich mein PI?
Der Referent erläuterte: „Es gibt zwei Grundzüge: den Eroberertyp oder den Hingabetyp. Der Eroberer sieht sofort, was fehlt und weiß, was zu tun ist. Der Hingabetyp braucht länger, denn die Liebe zum Detail kostet Zeit.“ Und er fragte weiter:
„Zu welchem Typ passt meine Grundstimmung, oder wo zieht es mich hin? Gibt es ein Wort, das mich elektrisiert?“
Zum doppelten Schlüssel, der zur Sturmtänzerin führt, gehört neben PI
Die Verbundenheit
Die Verbundenheit ist ein wesentlicher Schlüssel. Mit diesen Fragen kann ich sie finden: „Wer ist mein Halt? Mit wem bin ich verbunden? An wen kann ich mich anlehnen? Mit wem fahre ich am liebsten in den Urlaub?“
Martin Emge meinte, dass viele Menschen nicht mehr reden können, denn sie haben nicht erlebt, dass die Eltern miteinander reden. Das Handy strahlt zwar, aber es kommt keine Wärme und schenkt keine Emotionen: „Ich liebe Dich!“ oder „Du hast gut gekocht!“ Auch das KI ist kalt.
Jedoch sich an Menschen binden, die vertrauenswürdig sind, das ist tragend für die Verbundenheit. Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Verbundenheit ist die Gottverbundenheit. Gott ist an meiner Seite, ich brauche nicht in Panik zu verfallen.
Das ist wieder ein Stichwort für mich! Panik lässt sich mit Gottverbundenheit bekämpfen? Echt gut!
Die Schönstattbewegung kennt das Liebesbündnis.
Das Liebesbündnis mit Maria bedeutet: „Du kannst immer mit mir rechnen!“ Ja, das stimmt!
Die Kraft des Gebets
Wir sind Vollzeitchristen – nicht Teilzeitchristen nur sonntags beim Gottesdienst. Martin Emge empfahl, jeden Tag eine Stunde Gebet, dafür nicht 3 Stunden Fernseh zu schauen, sondern nur 2. So viele sind in Not – wer betet für sie? „Sie können machen was Sie wollen, aber die Zeit für das Gebet muss jeden Tag fest stehen. Da ordnen Sie alles drum herum!“
Das Gebet trägt in den Stürmen. Nicht mit der Masse schwimmen und an der Oberfläche bleiben! Der Gottesdienst ist nicht Pflichterfüllung, sondern ein Reden mit Gott, den ich spüren kann. Ich kann ihn fragen: „Was willst Du?“ „Gefalle ich dir noch?“ „Habe ich meine Sendung / Berufung gelebt?“
Auch hier schweifen meine Gedanken ab: „Nach dem Tod meines Mannes komme ich wirklich jeden Tag insgesamt auf eine Stunde Gebet und ich darf spüren, wie mich diese Gebetszeiten stärken, trösten und Mut schenken.“
Zum Abschluss des Referats ging Domkapitular noch auf das Leitmotiv im Erzbistum ein:
„Du bewegst die Welt“ – Dabei entwickelte sich das Projekt: „Erzähl mir von deinem Glauben…
Da habe ich Gott gespürt …
Da hatte ich einen Schutzengel…
Wie ich mir Gott vorstelle…
Impulsfragen für Gesprächsrunden oder für ein schriftliches Zeugnis.“
Ja, Glaubenszeugen bewegen die Welt! Nachzulesen unter: https://dubewegstdiewelt.de/glaubenszeugen/dein-glaubenszeugnis-bewegt/
Der doppelte Schlüssel zur Sturmtänzerin:
Das persönliche Ideal und die gelebte Verbundenheit
Das Ergebnis dieses doppelten Schlüssels zur Sturmtänzerin: „Sie bleiben gehalten, getragen, innerlich frei und Gottgebunden.“
Eine Frau meinte: „Mir ist aufgefallen, wie während des Vortrags die Gesichter am Referenten gehangen sind und wie sie gestrahlt haben.“
Eine andere: „Unser Diözesanpräses hat sich wieder selbst übertroffen, ist über sich selbst hinausgewachsen. Unglaublich stark, wie er uns zum doppelten Schlüssel geführt hat Ich werde mir Gedanken darüber machen, welchen Schatz mir Gott ins Herz gelegt hat!“