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Bergfest auf dem Marienberg

Prozession mit der Kelbachtaler Blasmusik Prächting F Jens Heiko S.
Mit Maria dem Wind trauen - im Sturm glauben
Datum:
8. Mai 2026
Von:
Renate Siebenkäs
Sr. M. Carolina lädt ein zur 100 Jahrfeier der Marienschwestern nach Schönstatt F Jens Heiko S.


 
Jedes Jahr erwartet die Schönstattfamilie im Erzbistum Bamberg mehrere hundert Gläubige, die am 1. Mai zu Ehren der Muttergottes auf den Marienberg kommen und einen ganzen Tag der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt schenken, um sich von IHR beschenken zu lassen.
 
Dem Festgottesdienst stand Schönstattpriester Andreas Hornung vor. Seine Begrüßung ließ einen echten Franken aufhorchen, denn außer dem FCN darf eigentlich kein anderer Fußballverein auftauchen. Trotzdem begann Pfarrer Hornung mit „FCBayern“! Die innere Empörung legte sich schnell, denn hinter den Buchstaben FCBayern war kein Fußballverein gemeint, sondern Andreas Hornung begrüßte mit: „Wir sind in Bayern und mit 1. FC Bayern meine ich die Frau, die uns Christus zeigt. Maria, sie spielt in der ersten Liga. Wir in Bayern haben eine besondere Verbindung zu ihr und erinnern uns daran, dass Kurfürst Maximilian 1. mitten im Dreißigjährigen Krieg 1638 die Mariensäule auf dem Münchener Marienplatz errichten ließ, die noch heute golden in der Sonne leuchtet.  König Ludwig der III. verkündete die Jungfrau Maria 1917 als Schutzheilige Bayerns.“ 
Und der Priester fuhr fort: „Schutz können wir in diesen Tagen gebrauchen und einen Anker für die Seele. Eine Begegnung, die uns hilft, in den Stürmen eine noch tiefere Ruhe zu finden. Das vermittelt uns Maria, wenn wir auf ihr Bild schauen.“ Er schloss die Begrüßung mit den Worten: “Christus bringt uns das Heil in den Stürmen unseres Lebens.“
 
Als Festprediger wurde Domkapitular Martin Emge begrüßt. Gleich zu Beginn seiner Predigt entführte er die nahezu 500 Gläubigen mit einem Segelboot auf die raue See. 
Eine gefährliche Reise stand bevor. Unsicherheit, kein sicherer Hafen in Sicht oder gar das rettende Ufer. Nur der Horizont so weit das Auge reichte. Dazu wehte noch ein starker Wind. Die Fahrt auf dem Meer kann bisweilen auch lebensgefährlich werden. Dann heißt es, Segel einziehen. Die Angst wächst und Hilfe ist nötig.
Wem kann ich in so einer bedrohlichen Lage trauen? 
Schrittweise erschien eine Frau, trotz ihrer Unsicherheitskompetenz, die sich schließlich zur Schutzmantelmadonna und letztendlich zur Mutter entwickelte:
 
Martin Emge benannte und beleuchtete zunächst die gefährlichen Winde der Zeit, die bis hin zur Kirchenkrise wehen. Oberflächlichkeit sei angesagt. Doch die Glaubenden dürfen spüren, dass der Glaube trägt, wenn der Sturm kommt. Die Sehnsucht nach Halt und Verlässlichkeit, nach Bindung und nach Orten der Hoffnung ist in stürmischen Situationen groß! 
In dieses Stimmungsbild brachte der Prediger Maria ins Boot. Ja, Maria sitzt mit uns im Boot der Kirche in unserer Zeit.
 
An die Gläubigen gerichtet sagte Martin Emge: „Sie haben sich heute Morgen ganz bewusst auf den Weg zur Muttergottes hierher auf den Marienberg gemacht, weil Sie und wir alle von Maria Halt in ihrer starken Glaubenssicherheit erwarten.“ 
 
Der Prediger zeigte Maria auf als eine Frau mit Unsicherheitskompetenz und brachte Beispiele dazu, die sich durch Marias Leben zogen:
Welche Sicherheiten hatte sie denn als junges Mädchen, damals, als der Engel zu ihr kam? Maria hätte auch sagen können: „Geh doch zur Nachbarin! Ich bin noch viel zu jung!“ Maria lässt sich aber mit ihrem Jawort auf das große Wagnis ein, weil sie dem Engel traut, der ihr Gottes Anfrage brachte. 
Eine weitere Situation der Unsicherheitskompetenz war bei der Wallfahrt nach Jerusalem die Suche nach dem 12-jährigen Jesus. Auch hier war viel Angst im Spiel. Wo ist Jesus? Ist ihm etwas zugestoßen? Maria war zutiefst erschrocken und bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.
Eine weitere Situation schilderte der Prediger: „An Himmelfahrt wurden die Jünger sehr unsicher. Maria ist offen für Neues, mittendrin die Ruhe selbst und sie beginnen zu beten, den Geist herabzurufen, damit die neue Kirche entstehen kann.“ 
 
Neben der Unsicherheitskompetenz erläuterte der Prediger in drei Bildern die biblische Maria:
Zum ersten Bild: Maria ist die Schutzfrau Bayerns – diesen Tag feiern wir heute. Viele Darstellungen als Schutzmantelmadonna gibt es. Maria hat viel Platz unter ihrem weiten Schutzmantel. Alle passen darunter. Sie ist die Schützende, Beschützende und sie wird gebeten, den Mantel über alle auszubreiten.
Das 2. Bild: Die Pietà mitten im Leid, die Muttergottes bleibt bis zum Schluss unter dem Kreuz stehen: Stabat Mater – ein sehr stark tröstendes Motiv für viele Trauerende. 
 
Das dritte biblische Bild sind die „Maria-Hilf-Bilder“ – Maria, als Mutter mit Jesus am Arm. Dazu gehört auch unser Schönstatt-Gnadenbild. Maria möchte uns zurufen: „ich bin Deine Mutter und kümmere mich um Dich, denn du bist mein Kind!“ Sie hat in ihrem Herzen einen Platz für alle und ist die große Fürsprecherin.
 
Martin Emge erläuterte eine wichtige Entdeckung: wo wir Maria verehren und sie ins Herz schauen lassen, sich mit ihr verbunden wissen, da dürfen wir spüren, dass sie immer da ist als ganz persönliche Wegbegleiterin, nicht nur als Bild am Hals, an den Häusern, im Hausheiligtum oder den Rosenkranz in der Tasche. Wir können uns ihr anempfehlen oder noch einen Schritt weitergehen, mit ihr ein Liebesbündnis schließen. Diese Verbundenheit mit ihr im Alltag trägt und lässt uns die Ruhe selbst sein, weil wir eine starke Bündnispartnerin an der Seite haben. 
Eine weitere zentrale Hilfe in stürmischen Zeiten sind lokale Bindungen. Wir können Halt finden an geistlichen Orten: in Kirchen oder an Wallfahrtsorten wie hier auf dem Marienberg. Dieser Ort zieht an, weil aus dieser Kapelle eine starke Kraftquelle strömt, wie eine Arche auf stürmischer See, ein Ruheplatz im Auge des Orkans.
Haben wir keine Angst, wenn der Wind ins Gesicht weht! Haben wir keine Angst, wenn die Stürme heftiger werden! In einem kurzen Gebet schrieb P. Kentenich im KZ Dachau als Gefangener: „Und heult der Sturm und tobt der Wind und kracht der Blitze Feuer, ich denke wie des Schiffers Kind: Der Vater sitzt am Steuer.“ 
Und Martin Emge schloss seine Predigt: “Ja, vergessen wir nicht, der Vater sitzt am Steuer. Das ist unsere gläubige Grundhaltung: Jesus sitzt mit im Boot, der Vater sitzt am Steuer und Maria an unserer Seite. Mit ihr können wir dem Wind trauen und selbst im größten Sturm glauben. Amen.
 
Eine Stimme aus Thüringen: „Der Marienberg hat es uns angetan! Wir waren das 32. Mal auf dem Marienberg. Dieser ist unser 2. Wohnzimmer geworden!“

Eine Frau schrieb über WhatsApp: „Ich bin glückselig, erfüllt über diesen segensreich schönen Auftakt beim Bergfest zum Start in den Marienmonat! In mir macht sich Dankbarkeit breit über das große schöne Fest.“