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25 Jahre Verbundenheit der Schönstattbewegung mit dem Bistum

Wallfahrt vom Bamberger Dom zum Marienberg
Erntedank im Heiligtum der Verbundenheit
Datum:
5. Okt. 2021
Von:
Tamara Horn

Dieser Wallfahrtstag entstand 1996 aus dem Anliegen heraus, die Verbindung zwischen dem Bamberger Dom als Mutterkirche des Bistums und dem Marienberg, dem Sitz der Schönstattbewegung, sichtbar zu machen. So treffen sich jedes Jahr am Tag der deutschen Einheit, dem 03. Oktober, zahlreiche Pilger*innen in aller Herrgottsfrüh am Bamberger Dom, um am Nachmittag den Wallfahrtsgottesdienst mitzufeiern. Vor einigen Jahren wurde das Heiligtums-Kirchweihfest auf diesen Tag vorverlegt, um beide Anliegen miteinander zu begehen.

 

Bei schönstem, spätsommerlichen Wetter konnte vor dem Heiligtum der Verbundenheit eine Eucharistie gefeiert werden.

Zu Beginn des Festgottesdienstes begrüßte Schönstattpriester Andreas Hornung die Gemeinde: „Sie sind heute hierher gewallt, entweder von Bamberg aus oder mit dem Auto zum Marienberg und dann zu Fuß vom Kentenichhaus zum Wallfahrtskirchlein. Schritt für Schritt haben Sie miteinander gebetet, gesungen, manche Hilfestellung gegeben, oder Sie haben besondere Begegnung erfahren dürfen.“

 

In seiner Predigt zeigte Andreas Hornung vier verschiedene aktuelle Aspekte auf:

 

1. Kirche – eine Unterwegskirche
Ein wichtiges Kennzeichen der Kirche ist das Unterwegssein. Kirche vermag nicht den Anspruch erheben, eine fertige Kirche zu sein. Sie ist eine pilgernde Kirche, die einen Schritt nach dem anderen unterwegs ist.

Kritische Stimmen bemängeln, dass Jugendliche fehlen, Kirche habe ein zu langweiliges Image und mangelhafte Kommunikationsstrukturen. Sie ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Deswegen sollen die jetzigen Fragebogenaktionen in den Seelsorgebereichen helfen, ein lebendiges Pastoralkonzept vor Ort zu erstellen.

Kirche läuft nicht immer rund oder perfekt – wichtig ist, dass sie unterwegs ist und dass sie sich nach vorne bewegt.

 

2. Thema Gottes gute Schöpfung - Erntedank
Unterwegs nehmen wir die gute Schöpfung, die uns anvertraut ist, auf und beobachten, was rechts und links auf dem Weg gedeiht.  Wir entdecken das Geschenk und den Auftrag, Gottes gute Schöpfung zu bewahren und zu gestalten, aber nicht zu zerstören. 
Unsere Welt könnte anders aussehen, wenn wir dankbarer wären und sensibler mit ihr umgehen würden, mit dem Wasser, das wir oftmals unbedacht vergeuden. Mit der Luft, die wir leichtfertig verschmutzen und mit der ganzen Schöpfung, die wir allzu oft mit Füßen treten.

Erntedank (siehe Foto von Vroni Freitag) heißt wortwörtlich sich zu bedanken: „Danke für Äpfel, die Zwetschen, die ein Jahr brauchen. Danke für die Bienen, für die vielen Kleinigkeiten, die das Leben wertvoll machen. Jeden Tag gilt es, Danke zu sagen für die Alltäglichkeiten.“

 

3. Anliegen des Bischofs – „Caritas - In der Liebe verbunden“
Andreas Hornung fuhr weiter fort: „Wir nehmen auf, was auf dem Weg liegt: die Anliegen unseres Bischofs. Er hat dieses Jahr zum Jahr der Caritas anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens ausgerufen. Eine Zivilisation der Liebe soll ausgehen von dieser Kraft: Caritas. 

Dankbar soll zurückgeschaut werden, was in 100 Jahren für Kinder und Jugendliche, für Familien, für Obdachlose und Arbeitslose, für Menschen in Lebenskrisen, für Behinderte, Kranke, Ältere und Sterbende in Krankenhäusern, Altenheimen und Hospizen oder zu Hause durch die Kirche getan wurde.“

Wichtig sei es, in dieser Richtung mitzuwirken, die Wünsche des Bistums zu eigen machen, wie es Pater Josef Kentenich für Schönstatt in Rom gegenüber proklamiert hat. 

Andererseits wollen wir auch dem Bischof unser Charisma anbieten. Denn wir stehen ja auf dem Grund eines Heiligtums der Verbundenheit.  Einer Verbundenheit aus dem Liebesbündnis heraus.  Viele Früchte dieser Liebe dürfen wir immer wieder aufs Neue erfahren. 

 

4. Ziel der Wallfahrt – das Heiligtum der Verbundenheit
Wir sind hier an einem Marienwallfahrtsort. Maria ist das Urbild der Kirche in ihrer vollkommensten Gestalt.  An dieser Stelle wagte Andreas Hornung einen Blick in die Zukunft: „Hier wird ein Bildstock, eine Station des geplanten Kentenichweges stehen. Sie wird den Titel: „Maria das neue Paradies“ tragen.“

Unsere Sehnsucht nach dem verloren gegangenen Paradies hat Gott auf wunderbare Weise erfüllt. Er hat Maria ausgewählt und mit Gnaden reich beschenkt, um der Welt durch Christus das Paradies des Heils zu öffnen. Maria ist der neue Mensch, so wie Gott ihn sich gedacht hat: innig mit Gott verbunden, auf ihn vertrauend wie ein Kind, reich an Liebe und Beziehungen, voll natürlicher Freude und innerer Freiheit. Wer sich mit ihr verbündet, wird ein neuer Mensch.

Von diesem Heiligtum aus wirkt Maria unsere Mutter, um fruchtbar zu sein. Um die Kirche neu hervorzubringen.  Und wir dürfen heute am 3. Oktober, wenn wir die Kirchweih dieser Kapelle feiern, auf die zahlreichen guten Erfahrungen mit diesem Ort blicken.  Erntedank auch hier: Wir danken für die gute Atmosphäre, die Gastfreundschaft, den besonders gut schmeckenden Kuchen, die Leichtigkeit, mit der wir immer wieder diesen Gnadenort verlassen. Unser Dank gilt auch allen, die besondere Angebote machen, damit Maria noch persönlicher im Leben wirken kann. 

 

Zusammenfassend erläuterte der Prediger:

„Die Wallfahrer waren unterwegs als Gruppe. Sie gehen/stehen symbolisch für das Unfertige der Kirche. In ihrem Unterwegs-sein erlebten sie Geschwisterlichkeit. Gleichzeitig waren sie in den Anliegen der Kirche unterwegs, sind inmitten der Schöpfung am Ziel der Marienkapelle, des Heiligtums der Verbundenheit angekommen, um in dankbarer Weise diesen Wallfahrtsgottesdienst mitzufeiern. 

 

Zum Abschluss verwies Pfarrer Andreas Hornung auf das Vaterauge, das am 15. August 21 Erzbischof Dr. Ludwig Schick, vor der Anbringung über dem Altar, gesegnet hat.  Stellen wir uns heute neu unter Marias mütterlichen Segen und bitten darum, dass wir uns als geliebte Kinder Gottes unter seinem liebevollen Blick erfahren dürfen. 

 

Immer wieder darf das „Bergteam“ erleben: Die Mutter Gottes zieht Menschen an.

300 Gäste kamen an diesem Sonntag, dem Tag der deutschen Einheit, um die Nähe des Gnadenortes und die von ihr ausgehende Gnadenquelle spürbar zu erfahren.

 

Eine besondere Art der Verbundenheit zum Tag der deutschen Einheit besteht aus der Geschichte des Marienbergs heraus. Aus einer ehemaligen Raketenabwehrstation eines Natostützpunktes wurde ein Marienwallfahrtsort. Diese ganz reale Verbundenheit wird deutlich am Mahnmal des Friedens.  (Foto – zeigt ein Stück Berliner Mauer)

 

Eine Stimme am Rande der Heiligtumskirchweih: „Es war jedenfalls auch noch toll, ein Glas Bier im Freien zu trinken. Das darf bei einer echten fränkischen Kerwa nicht fehlen!“