Nachberichterstattung Leseabend "Pater Kentenich lesen & verstehen"

Referent Diözesanpräses Martin J. Emge
Referent Diözesanpräses Martin J. Emge
Premiere: Webex-Meeting der Schönstattbewegung im Erzbistum Bamberg mit Diözesanpräses Martin J. Emge
Datum:
29. Jan. 2021
Von:
Tamara Horn

Neuer Untertitel

„Das Brauchtum der Kindlichkeit“ 

„Ich darf ein Nichts sein und werde doch geliebt!“ (H.W.)

Die Bamberger Schönstattfamilie wurde von ihrem Diözesanpräses zu einer Premiere, zu einem Webex-Meeting-Leseabend eingeladen. Nachdem die aktuellen Lockdown-Auflagen nach wie vor keine Präsenztreffen auf dem Marienberg ermöglichen, sollte der geplante Leseabend doch „Corona sicher“ stattfinden können.

Am Montagabend, dem 25.01. war es endlich soweit. Die Premiere konnte starten, die Teilnehmer noch etwas ängstlich, ob sie es schaffen würden, sich richtig „einzuloggen“. Mit großer Freude begrüßten sich dann schließlich 15 Teilnehmer/innen, die sich schon lange nicht mehr gesehen hatten. Sogar aus Kösching, dem Paralleleheiligtum, nahmen die Marienschwestern M. Annerose Birkle und Sr. M. Hiltraude Burkard an diesem Leseabend teil. 

Thema des Abends war „Das Brauchtum der Kindlichkeit“. Es hat zwei Perspektiven, die wechselseitig in Beziehung stehen. Gott, unser Vater schaut auf uns, auf seine Kinder mit einem liebenden Blick. Die Kinder schauen zum Vater hin.

Im NT gibt es zahlreiche Stellen, in denen Jesus die Kinder in die Mitte nimmt. Immer wieder gibt es Bemerkungen: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, oder lasst die Kinder zu mir kommen... Bereits hier liegt ein geheimnisvoller Ansatz für unser Kindsein.

Für PJK war Vater sein Leib- und Magenthema. Er selbst, vaterlos groß geworden, wurde nie müde, den Gläubigen eine gute Vaterbeziehung ans Herz zu legen.

Der Referent, Martin J. Emge wählte aus den Quartener Vorträgen 10.-24. Februar 1950 Auszüge vom 22.-24. Februar aus. Die ganz große Frage PJK lautete zunächst: 

„Was heißt das, Kleinsein?“  

Aus ihnen ergeben sich zwei wesentliche Fragestellungen: 

1.      Welche Arten des Kleinseins gibt es?

Wie wirkt sich das Kindsein im Brauchtum aus? Wenn wir ein Gotteshaus betreten, machen wir eine Kniebeuge. Damit deuten wir unser Kleinsein an. Das Knien im Gottesdienst ist eine äußere Gebärde dafür. Das sind Arten des Kleinseins, als Mittel und Zweck, um das seelische Kleinsein zu vertiefen.

2.      Welche Haltungen sind wohl gemeint?

PJK benannte 4 verschiedene Haltungen – die Marien-, die Magdalenen-, die Ölberg- und die Kreuzeshaltung. Sie sind dort nachzulesen. 

Im Ergebnis prägt die äußere Form auch meine Seele, ist zugleich lebendiger Ausdruck des Kleinseins. Diese Haltungen senden außerdem Signale: Ich komme zu Dir in dieser oder jener Haltung und erbitte Kraft von Dir, meinem Vater. Die Kraft, um den eigenen Willen abzugeben und dazu zustehen. „Dein Wille geschehe!“, damit „Ja“ zu Kreuz und Leid zu sagen. 

Unser Kindesexamen

Im nächsten Abschnitt wurde das Kindesexamen vom 23. Februar 1950 absatzweise gelesen, erlesen. PJK stellt ganz kurze, prägnante Fragen:

1.      Wem gehört das Kind?

PJKs Antwort – ebenso kurz: „Das Kind gehört dem Vater.“ Sofort schiebt er eine weitere Frage und deren Antwort hinterher: „Wer ist der Vater? Das ist der ewige, das ist der unendliche Gott, der Vatergott.“  

Die zweite Frage im Kindesexamen lautet:

2.      Was darf der Vater mit dem Kinde machen?

Auch hier seine Antwort, kurz und einprägsam: „Alles! Alles darf der Vater machen, radikal alles.“ Es gibt nichts, was er nicht machen darf. So auch in der Blankovollmacht: Mir geschehe nach deinem Wort. Er darf sagen, was er will. Ich verzichte darauf, meinen Kopf durchzusetzen.

Am 24.02.1050 stellte PJK die dritte Frage:

 „Was ist der Vater für sein Kind?“
 

Eine Einwortantwort: „Alles!“  Hier ist die völlige Abhängigkeit vom Vater herauszulesen. Ein einziger Wunsch erfüllt mich: Den Willen des Vaters zu erfüllen. Darin steckt die völlige Hingabe an den Vater.

 

PJK sagt, für die vierte Frage muss rote Tinte gekauft werden.

Was ist das Kind für den Vater? 
Hier wieder eine ganz klare Antwort: „Nichts und deswegen alles!“ Nur zu gerne wird das „deswegen“ übersehen. Das Kind ist alles! Ebenso ist der Vater alles! 

Das fühlte sich zunächst bei den Teilnehmer/innen schon seltsam an. Das Kind ist nichts in seiner Armseligkeit, seiner Sündhaftigkeit, seiner Schwachheit und seinem Kleinsein. Wenn ich so klein bin, wo bleibt mein Selbstwertgefühl? Es rutscht Richtung Minderwertigkeitsgefühl ab. 

Und jetzt kommt die großartige Lösung:

Weil ich so klein bin, bin ich für den Vater alles. Der Vater reagiert intuitiv, aus einem Liebesinstinkt heraus.

Normalerweise, wenn ein Kind Fehler macht, wird es getadelt. Die Eltern verzeihen, wenn es etwas unabsichtlich zerbrochen hat.

Und unser Vater im Himmel? Unaufhörlich sagt er zu mir: „Ich liebe dich, weil du mein Kind bist!“  Es besteht ein Liebesverhältnis, bei dem keine Leistung erbracht werden muss. Erstaunlicher Weise ist die Erkenntnis, je schwächer das Kind, desto mehr liebt der Vater (wie eine Mutter). Ja, wir dürfen sogar schwach sein, weil wir Kinder des Vaters sind. Gott liebt mich auch, ohne dass ich etwas leisten muss. Wie sollten ältere Menschen, die nicht mehr berufstätig oder gar bettlägrig sind, wie sollen die etwas leisten? Dann Gnade mir Gott! Wo ich nichts mehr kann, ist die Liebe des Vaters größer auch ohne meine Leistung. Hier verliert das Bild vom strafenden Gott. Gott der Liebe ohne Leistung ist ein viel sympathischeres Bild.

In diesem Ansatz hat der strafende Gott keinen Platz mehr. Der liebende Gott erweist sich im Liebesexamen des Petrus. 

Am Beispiel des Liebesexamen des Petrus, bei dem er dreimal gefragt wird, ob er Jesus liebt, schließt sich das Kindesexamen in der Schwesterngemeinschaft an. 

 

Zusammenfassend kann gesagt werden: Vor Gott kann ich alles durchsichtig machen. Alles was mich bewegt, kann ich auf Gott ausgerichtet durchsichtig machen. Ich kann sagen: „Du bist mein Vater, mit allem was mich bewegt, was durch mein Herz geht. Meine Ängste, meine Träume, hinter allem sehe ich Dich, Vater, der Du zu mir sprichst.“ Hier beginnt die Spurensuche, der Vorsehungsglaube, wo Gott zu mir spricht. Das ist der völlige Durchbruch: trotz meiner Schuld bin ich das geliebte Kind!“

 

Teilnehmerstimmen: 

„Dass ich mich in diese Liebe ganz bewusst hineingeben darf, das überwältigt mich.“

„Dieser Abend ist eine sehr schöne Vorbereitung für das Anbringen des Vaterauges im Heiligtum der Verbundenheit!“

„Ich darf ein Nichts sein und werde doch geliebt!“

 

So wie die Hauskatze Susi vom Marienberg. Sie kuschelte am Ende auf Friedls Schoß, machte sich ganz klein, um möglichst viele Streicheleinheiten zu bekommen. Genüsslich blickte Susi in die Kamera, zur großen Freude Aller.

 

„Ich darf ein Nichts sein und werde doch geliebt!“ (H.W.)

Die Bamberger Schönstattfamilie wurde von ihrem Diözesanpräses zu einer Premiere, zu einem Webex-Meeting-Leseabend eingeladen. Nachdem die aktuellen Lockdown-Auflagen nach wie vor keine Präsenztreffen auf dem Marienberg ermöglichen, sollte der geplante Leseabend doch „Corona sicher“ stattfinden können.

Am Montagabend, dem 25.01. war es endlich soweit. Die Premiere konnte starten, die Teilnehmer noch etwas ängstlich, ob sie es schaffen würden, sich richtig „einzuloggen“. Mit großer Freude begrüßten sich dann schließlich 15 Teilnehmer/innen, die sich schon lange nicht mehr gesehen hatten. Sogar aus Kösching, dem Paralleleheiligtum, nahmen die Marienschwestern M. Annerose Birkle und Sr. M. Hiltraude Burkard an diesem Leseabend teil. 

Thema des Abends war „Das Brauchtum der Kindlichkeit“. Es hat zwei Perspektiven, die wechselseitig in Beziehung stehen. Gott, unser Vater schaut auf uns, auf seine Kinder mit einem liebenden Blick. Die Kinder schauen zum Vater hin.

Im NT gibt es zahlreiche Stellen, in denen Jesus die Kinder in die Mitte nimmt. Immer wieder gibt es Bemerkungen: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, oder lasst die Kinder zu mir kommen... Bereits hier liegt ein geheimnisvoller Ansatz für unser Kindsein.

Für PJK war Vater sein Leib- und Magenthema. Er selbst, vaterlos groß geworden, wurde nie müde, den Gläubigen eine gute Vaterbeziehung ans Herz zu legen.

Der Referent, Martin J. Emge wählte aus den Quartener Vorträgen 10.-24. Februar 1950 Auszüge vom 22.-24. Februar aus. Die ganz große Frage PJK lautete zunächst: 

„Was heißt das, Kleinsein?“  

Aus ihnen ergeben sich zwei wesentliche Fragestellungen: 

1.      Welche Arten des Kleinseins gibt es?

Wie wirkt sich das Kindsein im Brauchtum aus? Wenn wir ein Gotteshaus betreten, machen wir eine Kniebeuge. Damit deuten wir unser Kleinsein an. Das Knien im Gottesdienst ist eine äußere Gebärde dafür. Das sind Arten des Kleinseins, als Mittel und Zweck, um das seelische Kleinsein zu vertiefen.

2.      Welche Haltungen sind wohl gemeint?

PJK benannte 4 verschiedene Haltungen – die Marien-, die Magdalenen-, die Ölberg- und die Kreuzeshaltung. Sie sind dort nachzulesen. 

Im Ergebnis prägt die äußere Form auch meine Seele, ist zugleich lebendiger Ausdruck des Kleinseins. Diese Haltungen senden außerdem Signale: Ich komme zu Dir in dieser oder jener Haltung und erbitte Kraft von Dir, meinem Vater. Die Kraft, um den eigenen Willen abzugeben und dazu zustehen. „Dein Wille geschehe!“, damit „Ja“ zu Kreuz und Leid zu sagen. 

Unser Kindesexamen

Im nächsten Abschnitt wurde das Kindesexamen vom 23. Februar 1950 absatzweise gelesen, erlesen. PJK stellt ganz kurze, prägnante Fragen:

1.      Wem gehört das Kind?

PJKs Antwort – ebenso kurz: „Das Kind gehört dem Vater.“ Sofort schiebt er eine weitere Frage und deren Antwort hinterher: „Wer ist der Vater? Das ist der ewige, das ist der unendliche Gott, der Vatergott.“  

Die zweite Frage im Kindesexamen lautet:

2.      Was darf der Vater mit dem Kinde machen?

Auch hier seine Antwort, kurz und einprägsam: „Alles! Alles darf der Vater machen, radikal alles.“ Es gibt nichts, was er nicht machen darf. So auch in der Blankovollmacht: Mir geschehe nach deinem Wort. Er darf sagen, was er will. Ich verzichte darauf, meinen Kopf durchzusetzen.

Am 24.02.1050 stellte PJK die dritte Frage:

 „Was ist der Vater für sein Kind?“
 

Eine Einwortantwort: „Alles!“  Hier ist die völlige Abhängigkeit vom Vater herauszulesen. Ein einziger Wunsch erfüllt mich: Den Willen des Vaters zu erfüllen. Darin steckt die völlige Hingabe an den Vater.

 

PJK sagt, für die vierte Frage muss rote Tinte gekauft werden.

Was ist das Kind für den Vater? 
Hier wieder eine ganz klare Antwort: „Nichts und deswegen alles!“ Nur zu gerne wird das „deswegen“ übersehen. Das Kind ist alles! Ebenso ist der Vater alles! 

Das fühlte sich zunächst bei den Teilnehmer/innen schon seltsam an. Das Kind ist nichts in seiner Armseligkeit, seiner Sündhaftigkeit, seiner Schwachheit und seinem Kleinsein. Wenn ich so klein bin, wo bleibt mein Selbstwertgefühl? Es rutscht Richtung Minderwertigkeitsgefühl ab. 

Und jetzt kommt die großartige Lösung:

Weil ich so klein bin, bin ich für den Vater alles. Der Vater reagiert intuitiv, aus einem Liebesinstinkt heraus.

Normalerweise, wenn ein Kind Fehler macht, wird es getadelt. Die Eltern verzeihen, wenn es etwas unabsichtlich zerbrochen hat.

Und unser Vater im Himmel? Unaufhörlich sagt er zu mir: „Ich liebe dich, weil du mein Kind bist!“  Es besteht ein Liebesverhältnis, bei dem keine Leistung erbracht werden muss. Erstaunlicher Weise ist die Erkenntnis, je schwächer das Kind, desto mehr liebt der Vater (wie eine Mutter). Ja, wir dürfen sogar schwach sein, weil wir Kinder des Vaters sind. Gott liebt mich auch, ohne dass ich etwas leisten muss. Wie sollten ältere Menschen, die nicht mehr berufstätig oder gar bettlägrig sind, wie sollen die etwas leisten? Dann Gnade mir Gott! Wo ich nichts mehr kann, ist die Liebe des Vaters größer auch ohne meine Leistung. Hier verliert das Bild vom strafenden Gott. Gott der Liebe ohne Leistung ist ein viel sympathischeres Bild.

In diesem Ansatz hat der strafende Gott keinen Platz mehr. Der liebende Gott erweist sich im Liebesexamen des Petrus. 

Am Beispiel des Liebesexamen des Petrus, bei dem er dreimal gefragt wird, ob er Jesus liebt, schließt sich das Kindesexamen in der Schwesterngemeinschaft an. 

 

Zusammenfassend kann gesagt werden: Vor Gott kann ich alles durchsichtig machen. Alles was mich bewegt, kann ich auf Gott ausgerichtet durchsichtig machen. Ich kann sagen: „Du bist mein Vater, mit allem was mich bewegt, was durch mein Herz geht. Meine Ängste, meine Träume, hinter allem sehe ich Dich, Vater, der Du zu mir sprichst.“ Hier beginnt die Spurensuche, der Vorsehungsglaube, wo Gott zu mir spricht. Das ist der völlige Durchbruch: trotz meiner Schuld bin ich das geliebte Kind!“

 

Teilnehmerstimmen: 

„Dass ich mich in diese Liebe ganz bewusst hineingeben darf, das überwältigt mich.“

„Dieser Abend ist eine sehr schöne Vorbereitung für das Anbringen des Vaterauges im Heiligtum der Verbundenheit!“

„Ich darf ein Nichts sein und werde doch geliebt!“

 

So wie die Hauskatze Susi vom Marienberg. Sie kuschelte am Ende auf Friedls Schoß, machte sich ganz klein, um möglichst viele Streicheleinheiten zu bekommen. Genüsslich blickte Susi in die Kamera, zur großen Freude Aller.